NC-Programme auf Knopfdruck

Bis zu 80 Prozent Zeitersparnis durch automatisierte CAM-Programmierung

Ohne Digitalisierung und Automatisierung kann kein Fertigungsunternehmen langfristig bestehen, davon ist Marco Bauer, Geschäftsführer der BAM GmbH in Weiden (Oberpfalz) überzeugt. Er setzt daher auf eine konsequent digitale, automatisierte Prozesskette, die einen Online-Shop genauso einschließt wie roboterunterstütze Fertigungszellen. Ein zentrales Element in diesem hocheffizienten System ist die ebenfalls automatisierte CAM-Programmierung mit hyperMILL®, die BAM gemeinsam mit dem CAD/CAM-Partner OPEN MIND realisiert hat.

Heute bestellt, morgen geliefert – im Privatleben betrachten wir das mittlerweile als fast selbstverständlich. Und in der Arbeit? Da nehmen wir wochenlange Wartezeiten als gegeben hin. Klar, individuelle Bauteile und -gruppen, die nach Konstruktionszeichnung gefertigt werden müssen, benötigen etwas länger. Aber im Zeitalter von Digitalisierung und Industrie 4.0 lassen sich viele Abläufe beschleunigen und flexibler gestalten.

Marco Bauer, studierter Wirtschaftsinformatiker und Geschäftsführer der BAM GmbH, gehört zu den Menschen, die Digitalisierung und Automatisierung als große Chance unserer Zeit betrachten. Das gilt im Speziellen für die industrielle Fertigung. Er ist überzeugt, dass „wir aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten die gesamte Prozesskette völlig neu betrachten müssen. Diesbezüglich sehen wir uns als kreative Pioniere.“

„Wir feilen gemeinsam mit unserem Ausrüster OPEN MIND an der Automatisierung. Schließlich möchten wir, dass unsere NC-Programme so schnell wie möglich zu unseren automatisierten Fertigungszellen kommen.
Um es vorweg zu nehmen: In ersten Projekten ist es uns gelungen, den Aufwand für die CAM-Programmierung um 70 bis 80 Prozent zu senken.“

Marco Bauer, Gründer und Geschäftsführer der BAM GmbH

Einzigartiges „on-demand-manufacturing“

Was Marco Bauer damit meint, lässt sich an seinem unternehmerischen Engagement erkennen. 2011 übernahm er eine kleine Lohnfertigung mit acht Mitarbeitern und vier Maschinen. In den wenigen Jahren formte er daraus einen modernen Betrieb für Präzisionsfertigung, Sondermaschinenbau und Digital Services mit rund 170 Beschäftigten.
Schon auf der Homepage erkennt der Besucher einzigartige Besonderheiten. Ins Auge fällt das Online-Angebot von Fertigungsdienstleistungen, das sich unter dem Schlagwort „Digital Services“ verbirgt. „Wir haben die Prozesskette inklusive Fertigung weitgehend digitalisiert“, erklärt der BAM-Gründer. „So konnten wir eine ‚on demand manufacturing platform‘ aufbauen sowie einen Online-Shop für maßgeschneiderte Blechzuschnitte. Unter mipart.com beziehungsweise stahlnachmass.com können Firmenkunden sowie Privatleute direkt online Bauteile und Zuschnitte konfigurieren und bestellen. Nach dem Hochladen der 3D-CAD-Daten seines gewünschten Bauteils bekommt der Kunde in fünf bis zehn Sekunden einen Preis für seinen individuellen Auftrag. Nach bestätigtem Auftrag liefern wir selbst komplexe Bauteile in bis zu drei Tagen.“

Effizienzfaktoren: Digitalisierung und Automatisierung

Für eine derartig kurzfristige Lieferung von hochqualitativ gefertigten Industrieteilen – ob online oder klassisch bestellt – setzt BAM auf einen hohen Automatisierungsgrad in der gesamten Prozesskette. Softwareunterstützt, versteht sich. „Ich komme aus der Informatik“, erklärt Marco Bauer, „und wir beschäftigen bei uns 30 Mitarbeiter in der Softwareentwicklung sowie Forschung und Entwicklung.“
Bestes Beispiel für die innovativen Softwarelösungen ist die erwähnte „on demand manufacturing platform“ mipart.com, bei der nicht nur der Kunde schnell versorgt wird. Auch BAM profitiert von den schnellen Prozessen. Denn unmittelbar nach der Bestellung hat die Software bereits vollautomatisch den gesamten Arbeitsplan erstellt. Das erste Mal, dass ein Mitarbeiter mit diesem Auftrag in Kontakt kommt, ist in der CAM-Programmierung. „Auch hier feilen wir gemeinsam mit unserem Ausrüster OPEN MIND an der Automatisierung“, betont Marco Bauer. „Schließlich möchten wir, dass unsere NC-Programme so schnell wie möglich zu unseren automatisierten Fertigungszellen kommen. Um es vorweg zu nehmen: In ersten Projekten ist es uns gelungen, den Aufwand für die CAM-Programmierung um 70 bis 80 Prozent zu senken.“

CAM-Programmierung für höchste Ansprüche

BAM programmiert schon seit langem mit CAD/CAM-Software. Doch aufgrund der zunehmenden 5-Achs-Bearbeitung – von zwölf Bearbeitungszentren sind heute elf fünfachsig – entschlossen sich die Verantwortlichen im Jahr 2013, auf hyperMILL® von der OPEN MIND Technologies AG, Wessling, umzusteigen. Stefan Bauer, Bereichsleiter Fertigung, sammelte schon vor seiner Anstellung bei BAM gute Erfahrungen mit dieser Software. Er argumentiert: „hyperMILL® ist für mich die beste Software, um fünfachsige Bearbeitungen zu programmieren. Denn es stehen stets mehrere Anstellstrategien zur Verfügung, so dass ich für jede Geometrie und jede Maschinenkinematik eine passende Lösung wählen kann.“ Seiner Meinung nach beginnen die Stärken von hyperMILL® jedoch bereits bei der übersichtlichen, intuitiven Bedienoberfläche und setzen sich in der sehr guten Maschinensimulation sowie Kollisionsprüfung fort.
Dazu kommen die Vorteile durch das voll in hyperMILL® integrierte hyperCAD®-S. Dieses „CAD für CAM“-System entwickelte OPEN MIND speziell für CAM-Programmierer, um die Abläufe beim NC-Programmieren zu beschleunigen. Damit lässt es sich unkompliziert und schnell zwischen CAM und CAD hin und her wechseln, um zum Beispiel noch eine Stütz- oder Spannfläche zu ergänzen oder eine Bohrung zu schließen.

Feature- und Makrotechnologie – Basis der automatisierten CAM-Programmierung

„Mit den leistungsstarken 2,5D-, 3D- und 5-Achs-Zyklen von hyperMILL® ist es uns gelungen, die Rüst- und Programmierzeiten an den Bearbeitungszentren zu verringern, was eine Effizienzsteigerung und höhere Auslastung zur Folge hatte“, argumentiert Fertigungsbereichsleiter Stefan Bauer. Zudem konnte BAM die Komplexität des Fertigungsportfolios deutlich steigern. Denn für nahezu alle Anwendungen stehen in hyperMILL® effiziente Bearbeitungsstrategien zur Verfügung. Die logische Konsequenz: Aus anfangs einer hyperMILL®-Lizenz wurden inzwischen sechs – mit allen Fünfachszyklen sowie den Modulen für das Schruppen und Schlichten aus dem Performance-Paket hyperMILL® MAXX Machining.
Stefan Bauer und seine FertigungskollegInnen – bei BAM ist der Frauenanteil selbst in der Fertigung überdurchschnittlich hoch – schätzen, dass OPEN  MIND die Software permanent weiterentwickelt und innovative Strategien und Verfahren hervorbringt. „Mit der Featuretechnologie und damit verbundenen Prozess- und Makrodatenbanken bietet hyperMILL® zudem eine tragfähige Basis, um die Programmierung zu automatisieren und durch das Wiederverwenden von Programmier-Know-how Zeiten deutlich zu reduzieren“, ergänzt Stefan Bauer.

Individuelle Automatisierung 

Auch Firmenchef Marco Bauer betont die durch die Bank gute Zusammenarbeit mit OPEN MIND – vom Vertrieb und Service bis hin zu den Projektteams, die an individualisierten Automatisierungslösungen gearbeitet haben: „OPEN MIND verfügt über kompetente Ansprechpartner, die uns selbst bei hochkomplexen Anwendungsfällen und exotischen Projekten stets sachkundige Unterstützung liefern. Ausschlaggebend war für uns unter anderem, dass OPEN MIND die Software selbst entwickelt. Dadurch erhielten wir für unsere Automatisierungsprojekte in kürzester Zeit speziell entwickelte Funktionen, die uns weit nach vorne gebracht haben.“
Rico Müller, Projektmanager CAD/CAM Automation bei OPEN MIND, bestätigt die intensive, sehr partnerschaftliche Zusammenarbeit. Bezüglich des vollautomatisierten Programmierens erklärt er: „Das funktioniert vor allem bei den Bauteilgruppen gut, die einen ähnlichen Aufbau haben und ähnliche Bearbeitungsstrategien erfordern. Da die Variantenvielfalt bei BAM relativ groß ist, haben wir eine interaktive Benutzerführung in unseren Automatismus eingebaut. Durch einige wenige Vorabfragen, die der CAM-Programmierer beantworten muss, lässt sich nun das Bauteilspektrum vergrößern und der gesamte Programmieraufwand weiter reduzieren.“

www.bam.group


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