OPEN MIND

Labo | Geldrop, Niederlande

Key Takeaway

Labo in Geldrop hat als erstes niederländisches Fertigungsunternehmen das Hummingbird-Manufacturing Executive System mit dem Modul Werkzeuglogistik eingeführt. Damit schafft das Unternehmen vollständige Transparenz im Werkzeugprozess, verkürzt Rüstzeiten deutlich und reduziert Fehler. Die Integration der CAD/CAM-Lösung hyperMILL ermöglicht eine durchgängig digitale, effiziente und sichere Fertigungsorganisation.

Herausforderung

Trotz umfangreicher Digitalisierung blieb die Werkzeugverwaltung bei Labo ein fehler­anfälliger und zeit­intensiver Prozess. Unklare Werkzeug­daten, hoher Eingabe­aufwand und fehlende Transparenz führten zu Verzögerungen, Unsicher­heiten in der Planung und unnötigen Belastungen im Tages­geschäft.

Ziele

Labo wollte das gesamte Werkzeug­management digitalisieren, zentralisieren und verläss­lich machen. Rüst­zeiten sollten verkürzt, Eingabe­fehler vermieden und Werkzeug­daten in Echt­zeit bereit­gestellt werden. Gleich­zeitig sollte die Lösung offen für zukünftige Erweiterungen und Integrationen sein.

Lösung und Erfolg

Mit Hummingbird-MES digitalisiert Labo die komplette Werkzeug­verwaltung. Werk­zeuge werden auto­matisch erkannt, alle Informa­tionen fließen direkt in hyperMILL und die Maschinen­steuerung, manuelle Eingaben entfallen. Das Ergebnis: deutlich kürzere Rüst­zeiten, spürbar weniger Fehler und ein stabilerer, besser plan­barer Fertigungs­prozess.

Labo in Geldrop ist der erste niederländische Zerspanungs­betrieb, der das Hummingbird-MES von OPEN MIND implementiert hat. Der Feinmechanik­zulieferer entschied sich für das Modul „Werkzeug­logistik“, um mehr Transparenz und Effizienz in der Werkzeug­verwaltung zu erreichen. Damit verkürzt das Unternehmen Rüst­zeiten, reduziert Fehler und erhält den Über­blick über den gesamten Werkzeug­prozess.

Labo fertigt als Zulieferunternehmen feinmechanische Komponenten in Klein­serien zwischen 10 und 100 Stück. Das Unternehmen bedient Kunden in anspruchs­vollen Branchen wie der Halbleiter-, Medizin-, Rechenzentrums- und Analyse­technik. Neben der Fertigung komplexer Teile mit engen Toleranzen führt Labo die Reinigung der Klasse 4 und die Reinraum­verpackung im eigenen Haus durch. All dies erfordert einen stabilen und kontrollier­baren Prozess. Um dies zu erreichen, investiert Labo seit Jahren in die Digitalisierung. Auf der Maschinen­seite arbeitet der Zulieferer mit DMG MORI Messenger, das einen Echtzeit­überblick über Maschinen­status, Störungen und Auslastung bietet. Diese Daten bilden die Grundlage für Prozess­analysen und Verbesserungs­maßnahmen. Dennoch blieb die Werkzeug­verwaltung ein offenes Feld. Sie erfolgte größten­teils manuell, was zu Fehlern und Unklar­heiten in der Planung, Bestands­führung und Einsatz­planung führte.
„Wir wollen eine Umgebung, in der die Werkzeug­verwaltung genauso kontrollier­bar ist wie der Rest des Prozesses“, sagt Geschäftsführer Mart Stokmans. „Und in der wir mit möglichst wenig Aufwand die richtigen Daten an den richtigen Ort bringen.“

„Dank Hummingbird-MES und der hyperMILL-Werkzeugdatenbank sind unsere Rüstzeiten deutlich gesunken und unser gesamter Ablauf ist viel stabiler und planbarer geworden.“

Mart Stokmans, Geschäftsführer Labo

Effiziente Werkzeugverwaltung dank Werkzeuglogistik 

Die Implementierung von Hummingbird-MES, insbesondere des Moduls Werkzeug­logistik, hat die Werkzeug­verwaltung bei Labo grundlegend verändert. Das Modul zentralisiert alle Werkzeug­daten aus den Voreinstell­geräten, verknüpft sie mit der CAD/CAM-Lösung hyperMILL und kommuniziert direkt mit der Maschine. Jedes Werkzeug erhält eine eindeutige Identifizierung über einen DataMatrix-Code auf dem Halter, wodurch Daten automatisch erkannt und zugeordnet werden. Dies reduziert die Fehler­quote erheblich und verkürzt die Rüstzeiten.

„Früher wurden Werkzeuge manuell ausgewählt, eingestellt und überprüft“, sagt Stefan van Aalst, Managing Director OPEN MIND Technologies Benelux. „Jetzt sind alle Werkzeug­daten in Echt­zeit in einem über­greifenden System vorhanden. Durch das Scannen des Codes sind alle Daten sofort verfügbar. Das spart viel Zeit und verhindert Fehler.“
Die Werkzeuginformationen werden darüber hinaus automatisch an die Maschinen­steuerung weiter­geleitet. Werkzeug­daten müssen nicht mehr manuell eingegeben werden, wodurch sich das Risiko von Tipp­fehlern eliminieren lässt. „Mit drei Mitarbeitern halten wir siebzehn Maschinen in Betrieb. Das umfasst die Programmierung, die Einrichtung und die Verwaltung der Werkzeuge“, erklärt Ruud Stokmans, CAD/CAM-Programmierer bei Labo. „Das ist nur möglich, wenn die Prozesse straff organisiert sind.“

Ermöglicht wurde der Umstieg auf Hummingbird durch die bestehende Beziehung zu OPEN MIND und den Einsatz von hyperMILL. Die Werkzeug­datenbank in hyperMILL war bereits eingerichtet, sodass eine zügige Integration erfolgen konnte. „Innerhalb von drei Tagen war Hummingbird in unser Unternehmen integriert. Wir haben damit begonnen, sechs Maschinen an das MES-System anzubinden. Der Rest folgt schrittweise.“

Automatisierte Werkzeugdaten und Messdaten

Ein wichtiger Aspekt der Implementierung ist die Integration der Vorrichtungs­geräte. Labo hat dafür in ein neues Werkzeug­voreinstell­gerät von HAIMER investiert, einschließlich Scanner und QR-Codeleser. Diese sind direkt mit dem Hummingbird-MES verbunden. Dadurch werden Mess­daten automatisch in die Werkzeug­datenbank übernommen. „Früher haben wir alles manuell eingegeben“, sagt Stokmans. „Ein Mitarbeiter war ständig mit der Einstellung beschäftigt. Das ist fehler­anfällig und zeit­aufwändig. Jetzt läuft alles voll­ständig digital. Außerdem kann dieser Mitarbeiter nun für Tätigkeiten mit höherer Wert­schöpfung eingesetzt werden.“

Die Investition in das Komplettpaket, das unter anderem Hummingbird-MES, HAIMER Werkzeug­voreinstell­gerät, Scanner und Schnitt­stellen umfasst, ist laut Stokmans mit den Kosten für eine halbe CNC-Maschine vergleichbar. „Aber der Ertrag ist viel größer. Nicht durch zusätz­liche Produktions­kapazität, sondern durch die bessere Ausnutzung der vorhandenen Kapazität.“ Werkzeuge werden schneller gewechselt, sind immer richtig eingestellt und stehen zum richtigen Zeitpunkt bereit. Das führt zu kürzeren Rüstzeiten und einer höheren Vorher­sagbarkeit des Produktions­prozesses. „Fünfzehn Minuten Umrüstzeit sind mittlerweile die Norm. Und das ist vor allem darauf zurück­zuführen, dass alle Werkzeug­daten im Voraus voll­ständig sind und automatisch verarbeitet werden.“

 – Dank des einzigartigen QR-Codes auf jedem Halter werden die Werkzeugdaten direkt und fehlerfrei in Hummingbird geschrieben.

Dank des einzigartigen QR-Codes auf jedem Halter werden die Werkzeugdaten direkt und fehlerfrei in Hummingbird geschrieben.

Darüber hinaus ermöglicht Hummingbird eine Analyse der Werkzeug­nutzung. Anhand der Anzahl der Zyklen und der Messdaten lässt sich erkennen, wann Werkzeuge ausgetauscht werden müssen. Das verhindert unnötigen Verschleiß oder Bruch und trägt zu einer weiteren Standardisierung bei. „Die Software zwingt uns zu einer straffen Organisation“, so Stokmans weiter. „Das wirkt sich auf die gesamte Kette aus: vom Einkauf bis zur Zerspanung.“

Zukünftige Erweiterung

Die Einführung von Hummingbird-MES stellt für Labo einen weiteren Schritt im Rahmen der Digitalisierung der Fertigung dar. In Zukunft will das Unternehmen das Werkzeug­logistik­modul auf alle Maschinen ausweiten und das Drehen einbeziehen. Darüber hinaus untersucht Labo, wie die MES-Software mit dem ERP-System von MKG verknüpft werden kann.

„Wir sammeln immer mehr zuverlässige Daten“, sagt Stokmans. „Darauf wollen wir letzt­lich auch die Planung stützen – nicht mehr auf Erfahrung, sondern auf Fakten.“

Das Unternehmen denkt zudem über die Integration automatisierter Werkzeug­schränke und den Einsatz von Hummingbird für eine umfassendere Fertigungs­steuerung nach. Der modulare Aufbau des Systems ermöglicht eine schritt­weise Erweiterung. „Wir haben uns bewusst für einen schritt­weisen Ansatz entschieden. Es muss überschau­bar bleiben. Aber die ersten Ergebnisse sind positiv. Weniger Fehler, kürzere Rüst­zeiten und mehr Ruhe am Arbeitsplatz.“

 – Ruud Stokmans an einem der sechs DMG Mori-Bearbeitungs­zentren, die mit dem Hummingbird-MES verbunden sind. Die Werkzeug­daten werden digital an die Maschine übertragen, ohne dass eine manuelle Eingabe erforderlich ist.

Ruud Stokmans an einem der sechs DMG Mori-Bearbeitungs­zentren, die mit dem Hummingbird-MES verbunden sind. Die Werkzeug­daten werden digital an die Maschine übertragen, ohne dass eine manuelle Eingabe erforderlich ist.

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